Bioware ist im Jahr 2012 nicht mehr das Studio, das es noch vor einigen Jahren war. Gab es 2008 bloß zwei Dependancen in Edmonton und Austin, die unter anderem Rollenspielhits wie Mass Effect und Dragon Age: Origins erarbeiteten, firmieren heute insgesamt acht Studios
in den Reihen von Electronic Arts unter dem Label von Bioware und arbeiten beispielsweise an dem F2P-Titel Command & Conquer: Generals 2. Über die Jahre hinweg hat sich Bioware durch seine Rollenspiele also einen besonders guten Ruf erarbeitet, von den nun anscheinend auch andere EA-Studios profitieren sollen.
In den vergangenen Monaten gerieten die Spiele von Bioware auch des Öfteren mal in die Kritik – man erinnere sich nur an die Diskussionen um das Ende von Mass Effect 3 oder an Star Wars: The Old Republic, das nach nicht einmal einem Jahr auf eine Kombination aus Abo und Free-to-Play umgestellt wird. Die Firmenleitung hat daraus nun womöglich ihre Konsequenzen gezogen.
Ray Muzyka und Greg Zeschuk, die Bioware im Jahr 1997 mitgegründet und bis ins Jahr 2012 geleitet haben, haben jetzt ihren Abschied bekannt gegeben. Im Firmenblog von Bioware schrieben die beiden nun Briefe an die Community und sprachen dabei über ihren Ausstieg aus der Firma. Wirklich konkrete Gründe hierfür wurden dabei nicht angegeben. Ray Muzyka schrieb:
Ich habe das Gefühl, ich muss nun das nächste Kapitel meiner Karriere einschlagen. Mit dem Wachstum von Bioware an mehreren Orten als Teil einer großen Firma und nach zwei Jahrzehnten voll erfolgreicher Produktveröffentlichungen über mehrere Plattformen und Geschäftsmodelle hinweg, habe ich so ziemlich alles erreicht, was ich im Videospielbereich schaffen wollte. Jetzt möchte ich mich einer völlig neuen unternehmerischen Herausforderung stellen. [...] Das nächste Kapitel meiner Karriere wird in einer komplett anderen Branche stattfinden.
In ähnlicher Weise äußerte sich auch Greg Zeschuk:
Nachdem ich beinahe 20 Jahre bei Bioware gearbeitet habe, habe ich mich entschieden, weiterzuziehen und etwas Neues zu verfolgen. Ich habe die Entscheidung ohne Schmerz und Bedauern getroffen, aber ich musste sie treffen, für mich und für meine Familie. Ich habe einen unverhofften Punkt in meinem Leben erreicht, wo ich nicht mehr länger die Leidenschaft empfinde, die ich einst für die Firma, für Videospiele und für die Herausforderung des Erschaffens aufgebracht habe.
Wer jetzt zum neuen Firmenchef von Bioware ernannt wird, ist noch nicht bekannt. Ansonsten bestehen die Briefe von Zeschuk und Muzyka vor allem aus Danksagungen: An sich selbst, das Studio, verschiedene Personen innerhalb der Spieleindustrie. Und natürlich auch an die Fans: "Für eure Leidenschaft und eure Loyalität, und dafür, dass ihr es den Teams von Bioware ermöglich habt, großartige Spiele zu entwickeln.", so Ray Muzyka.



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