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© Game Info
Name: White Knight Chronicles
Release: 26.02.2009
Genre: RPG
Platform: PS3
USK: ab 12 Jahre
Developer: Level 5
Publisher: Sony
Website: http://www.level5.co.jp/products/shirokishi/index.html

© REVIEW: White Knight Chronicles (PS3) » [03.05.2010 um 09:00]


 

MORPG auf der PlayStation 3 und nicht aus dem Hause Square Enix - geht das?


Ihr sucht Final Fantasy Crystal Chronicles für PlayStation 3? Gefunden! Level 5 ist hierzulande für einige Nintendo DS-Spiele bekannt. Professor Layton darf sich an einer mehr oder weniger große Fanbase erfreuen, nun heißt es allerdings auch auf der PlayStation 3 für ordentliche Unterhaltung zu sorgen und das nicht mit dem rätselfreudigen Zylinderträger! Eine umfangreiche Welt, massenhaft riesige Gegner und ein stabiler Mehrspielermodus - klingt doch in jeder Hinsicht verlockend! Lest weiter, um mehr über das Multiplayer-Rollenspiel zu erfahren.


 
 
Die Prinzessin wird von den Schergen des Bösen entführt, Dèjá-vu?

Das Königreich Balandor. Bunt, reich, florierend. 10 Jahre nach dem erbitterten Krieg gegen das angrenzende Reich der Farianer scheint sich das Land von denzahlreichen Verlusten erholt zu haben. Cisna, die Tochter des Königs, traf ebenfalls ein herber Schlag - der Tod der bildhübschen Mutter. Aufgrund dieses schrecklichen Ereignisses hat sie seither kein einziges Wort mehr gesprochen. Die Zeit vergeht und heilt sprichwortgemäß alle Wunden. Nun stehen die jährlichen Festlichkeiten bevor und in der Hauptstadt tummeln sich sowohl die Bewohner des Königreichs als auch zahlreiche Künstler, Gaukler und Akrobaten herum. Getarnt als Circusartisten schleichen sich unbemerkt auch Gegner des balandorischen Königs und Anhänger des mysteriösen schwarzen Ritters an den Wachen vorbei. Während einer ihrer beeindruckenden Showeinlagen überfallen sie das Schloss, töten den König und kidnappen Cisna. Leonard, der Protagonist des Spieles, wird Zeuge dieses Vorfalles, nimmt die Verfolgung auf und stößt während der Suche in den Katakomben des Schlosses auf eine antike, riesige Ritterrüstung mit - wer hätte das gedacht - magischen Kräften. Unterstützt von einer längst vergessenen Macht, dürfte die Suche nach der entführten Prinzessin einfacher werden. Einfacher, aber nicht einfach. Der Anfang einer langen, vielseitigen aber dennoch harten Reise beginnt jetzt!
 
Nun kommen wir zu euch! Dem wahrscheinlich unbedeutendensten Spieler überhaupt! Tadaaa, die Katze ist aus dem Sack! In allen Filmsequenzen werden sämtliche wichtigen NPCs im großen Maße präsentiert, eure Spielfigur ist aber scheinbar schüchterner als ein Shyguy aus der Super Mario-Reihe und ebenso gesprächig wie Link aus The Legend of Zelda. Unterhaltsamer Weise ist eure erstellte Person, nach mehreren Quests im Offline-/ Onlinemodus wahrscheinlich die stärkste Figur im gesamten Team und bekommt dennoch nicht die geringste Aufmerksamkeit von den Schlüsselfiguren in der Story - das ewig bittere Los der im Hintergrund agierenden Helden.
 
Beschäftigen wir uns jedoch mit wichtigeren Sachen wie beispielsweise dem Charaktereditor. Noch bevor ihr Zeugen der "innovativen" Geschichte werdet, gilt es eure Spielfigur zu erstellen. Dies müsst ihr euch aber gut überlegen, denn obwohl ihr den Charakter bis ins kleinste Detail personalisieren könnt, ist diese Aktion lediglich am Anfang des Spieles möglich. Gegen einen Aufpreis habt ihr im späteren Verlauf selbstverständlich die Möglichkeit eine Änderung an eurem Krieger vorzunehmen, vorausgesetzt ihr ladet euch ein spezielles, kostenpflichtiges Ticket aus dem PlayStation-Store herunter, welches - zur großen Verblüffung - aktuell noch nicht einmal erhältlich ist. Also gut überlegen welche Haarfarbe euer Alter Ego haben wird und wie dicht oder nah seine Augenbrauen aneinander gewachsen sind und schon heißt es ab in das große Abenteuer!

 
 

Um allen Action-Adventure-Gamern schon gleich im Vorhinein die Hoffnung zu nehmen, muss einmal erwähnt sein, dass White Knight Chronicles ein rundenbasiertes Rollenspiel und kein Hack'n'Slay-Ableger ist. Ihr läuft also in Final Fantasy-Manier durch die umfangreichen Levels und spürt einen herumgurkenden Gegner auf. Nach dem Betätigen der X-Taste füllt sich ein Ring in der rechten, unteren Ecke des Screens und erst wenn dieser die 360° bewältigt hat, kann eure Attacke gestartet werden. Dabei gibt es verschiedene Kampfklassen, welche jeweils unterschiedliche Angriffe parat halten. So sind die Kampfkünste eines Weißmagiers anders als die eines Kriegers oder eines Schützen.
 
Was anfangs ein wenig langwierig und umständlich erscheint, wird spätestens ab dem Erreichen des fünften Levels richtig interessant, da ihr ab diesem Zeitpunkt die Angriffe der verschiedenen Klassen kombinieren und somit heftige Schlagabfolgen tätigen könnt. Damit wird der Troll, der zu Beginn unbesiegbar zu sein schien, in wenigen Minuten erledigt. 
 
Eine weitere frustrierende Tatsache ist, dass euch anvisierte Gegner, unabhängig davon wie weit ihr von diesem entfernt seid, jederzeit angreifen können. Auch die Verteidigung erfolgt so wie die Prozedur des Angriffes, sodass man am Anfang die meisten Schwierigkeiten und Frustmomente haben wird. Wer sich aber bereits durch das bis jetzt nur in Amerika und Japan erschienene „Demon’s Souls“ gekämpft hat und ein Fan von Square Enix’ Final Fantasy Crystal Chronicles-Reihe war, wird auf jeden Fall seine Freude mit dem Spiel haben! Etwas enttäuschend war auch, dass der so prächtig präsentierte weiße Ritter nur sehr selten und ausschließlich in bestimmten Situationen zum Einsatz gebracht werden konnte.

 
 

Wie bei Monster Hunter könnt ihr euch überall in den zahlreichen Levels hinknien und schnell ein paar Blumen pflücken oder mal eben die Felswand mit der Hacke bearbeiten, um an seltene Erze heranzukommen. Dabei gibt es tonnenweise unterschiedliche Utensilien, die aufgesammelt werden müssen um neue Items, Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände zu basteln. Viele dieser Items werdet ihr aber für die Erstellung von Häusern, Einrichtungsgegenständen und Landschaftsbildern benötigen - dazu aber mehr im folgenden Absatz.

 
 
Das Zuhause eines jeden Abenteurers - Das GeoNet!

Seid ihr von euren vielen Quests erschöpft und wollt nur noch rasten? Dann könnt ihr das in eurem eigenen Dorf machen, welches ihr bis ins kleinste Detail selbst aufbauen könnt. Das GeoNet ist prinzipiell eure persönliche Seite in der Onlinewelt von White Knight Chronicles. Dort werden eure Errungenschaften, das von euch erstelltes Abenteuertagebuch, in dem ihr auch selbst geschossene Ingame-Bilder mit Beschreibung hochladen könnt, und euer eigens erbautes Dorf präsentiert.
 
Dies ist auch der Dreh- und Wendepunkt für Online-Multiplayergefechte. Hier treffen sich die Krieger bevor sie eine Quest zusammen angehen oder einfach nur miteinander reden wollen. Habt ihr im Laufe eures Abenteuers bereits eine große Stadt gebaut und viele NPCs aus der virtuellen Spielewelt in die Häuser eingeladen um in eurem Dorf zu arbeiten, werden diese euch und den restlichen Onlinebesuchern hilfreiche Items geben und auch die Ortschaft immer mehr beleben.

 
Sound

Man könnte fast meinen, dass ein Rollenspiel dieses Kalibers sicherlich einige gute Melodien besitzt. Das stimmt ohne jeden Zweifel, allerdings kommen sie nur sehr selten zum Vorschein und dann auch nicht in einem sonderlich umwerfenden Ausmaß. Es kommt selbst einige Male vor, dass eine Szene überhaupt keine Hintergrundmusik besitzt und die stark in die Länge gezogene Filmsequenz somit schnell unspektakulär und langweilig wird.
 
Die Sprachausgabe der einzelnen Charaktere ist sehr gelungen und wirkt überzeugend, selbst wenn es hier und da mit der Lippensynchronisation nicht komplett reibungslos hinhaut. 

 
Grafik

White Knight Chronicles ist in jeder Hinsicht darauf ausgelegt, dass man es wesentlich länger als lediglich 100 Stunden spielt, um ordentlich in Fahrt zu kommen. Das wirklich Dumme an der gesamten Sache ist, dass Level 5 genau den Anfang des Rollenspiels unglaublich langatmig und teilweise richtig unspektakulär gestaltet hat. Darüber hinaus dauert es ungefähr 20 Stunden Spielzeit bis man endlich zu der ersten imposanten Filmsequenz gelangt, bei der man behaupten kann, dass Spieler aus dem Tiefschlaf aufwachen um sich die Pracht der kurzen Präsentation anzusehen.
 
Dies soll selbstverständlich nicht heißen, dass die Ingame-Grafik des Rollenspiels schlecht aussieht. Ganz im Gegenteil, für ein MORPG ist White Knight Chronicles garantiert eines der aufwendigeren Online-Rollenspiele, das man in der aktuellen Konsolengeneration geboten bekommt. Die Charaktere wurden hervorragend animiert und strotzen förmlich vor lauter Details, wobei man dies nicht unbedingt auf die zahlreichen Gegner und Kreaturen beziehen kann. Die Vielfältigkeit dieser beschränkt sich dabei auf lediglich eine bis zwei handvoll, wobei hauptsächlich das Aussehen verändert wurde, die Bewegungsabläufe aber kaum variieren. Für Abwechslung sorgen zahlreiche offline und online bestreitbare Quests, die mit einer Hülle und Fülle an neuen Aufgaben und Gegnern begeistern können.

 
 

Auch bei der Levelvielfalt haben sich die Entwickler sichtlich große Mühe gegeben. Wüsten, Dschungellandschaften, diverse Städte - alles was das Abenteurerherz begehrt darf in White Knight Chronicles erkundet werden. Es ist lediglich eine Frage der verfügbaren Zeit und Ausdauer.
 
Diverse Mankos gibt es im Hinblick auf die Weitsicht im Spiel. Oftmals tauchen einige Personen in den Städten und Monster in den Arealen aus dem Nichts auf und attackieren euch erbarmungslos. Besonders am Anfang kann diese Tatsache ein wenig frustrierend sein.

 
Fazit

Wenn man sich ein paar Stunden lang hinsetzt und die ersten frustrierenden Momente hinter sich gebracht hat, entpuppt sich das Rollenspiel aus dem Hause Level 5 als richtig gelungen und für ein Konsolenspiel unglaublich umfangreich. Wer zudem nicht gerne alleine spielt, darf sich über einen überzeugenden Multiplayer und einen faszinierenden Sammelspaß im GeoNet freuen! Es muss allerdings erwähnt werden, dass es sich bei White Knight Chronicles um dasselbe Phänomen handelt wie bei Final Fantasy Crystal Chronicles. Manche können sich gleich zu Beginn mit dem Gameplay anfreunden, andere schmeißen den Controller nach einer halben Stunde in die Ecke, weil es für sie zu umständlich ist. Grafisch ist es garantiert eines der sehenswertesten Rollenspiele, wobei die soundtechnische Untermalung nicht so sehr überzeugt.

Dieses Review wurde verfasst von Viktor Tárkány Szücs aka Spid

© Pro
  • Grafisch Top!
  • Ein RPG für Hardcoregamer
  • Der Multiplayer ist grandios
  • Die Verwendung des GeoNets
© Kontra
  • Soundtechnische Mankos
  • Gameplay anfangs sehr gewöhnungsbedürftig

© Wertung
Gameplay: 85%
Grafik: 85%
Sound: 70%
Multiplayer: 90%
Gesamteindruck: 85%

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