Meinung: NextGen

am 14.02.2012 um 22:38 von Puka
consolero

Auch wenn etwas spät, willkommen im neuen Jahr. Wie alle Schulgänger wissen, stehen im Januar Prüfungen an, daher wurde die Meinung dieses Monats einfach so mal ausgelassen. Ich will aber nicht den Examen die alleinige Schuld für den fehlenden Monat zuschieben, aber die sind immer praktisch als Ausrede. Und zudem habe ich mit diesem Nonsens-Gequatsche gleich noch ein Intro produziert. ;-)

Wie aus dem Titel unschwer zu entnehmen ist, geht es hier um die kommende achte Konsolengeneration, als Kristallkugelblick-Artikel.


 
Nintendo
Ninty und ihre kommende Konsole Wii U – falls sie bei diesem einfallsreichen Namen bleiben wollen. Ein Geniestreich ist dieses Ding aber allemal. Ein Controller, der aussieht wie der plattgedrückte untere Teil eines DSi XL an dem sie noch mehr Steuerelemente eingebaut haben. Dazu braucht man noch eine Wii-Remote, WiiMotion Plus und das Nunchuck (da hat wer Recycling falsch verstanden) um vollen Spielspass zu erhalten. Soll heissen die Konsole ist die billigste der Konsolengeneration, das Zubehör jedoch – und ich spreche nicht von unnützen Gimmick wie Plastiklenkräder – kostet nochmals so viel wie die ganze Konsole selbst. Doch der Preis ist laut seinem Hersteller gerechtfertigt, da sie auf die grandiose Idee kommen den Tablet-Controller gleich als Tablet-PC verwenden zu lassen. Dieser Plan geht vollends auf, das Tablet wird gleich zum Hit, da die neuen Touch-Spiele nun auch bei Nintendo sinnvoller zum Einsatz kommen. Während dies der breiten Masse gefällt, blickt der ältere Spieler traurig auf sein NES, bevor er sich eine Träne abwischt und eben diesen startet.
 
Mit dem 3DS hat Nintendo mehr Probleme. Nach Luigis Mansion 2, welcher als Überraschungserfolg abgestempelt wird, folgen auf dem Handheld lange keine hochkarätigen Spiele mehr. So kommt’s, dass sich Ninty entschliesst Majoras Mask zu remaken (ich würde das ja portieren nennen…) und weil sie schon dabei sind kommt auch noch Super Mario Sunshine 3D in die Läden. Von da an hat Nintendo den Break-Even-Point (Umsatz = Herstellungskosten) mit dem 3DS erreicht und macht endlich echte Gewinne. Als nächstes ihrer Projekte steht ein Remake von Super Smash Bros. Melee an, welches mit einem 3DS-Onlinemodus versehen werden soll. Mit dem neuen Nintendo Network, welches bis dahin bereits aufgeschaltet wurde, schaffen sie auch einen halbwegs brauchbaren Internetzugang. Es gibt einen Account für alle Spiele des 3DS und der Wii U, aber der Support lässt noch immer zu wünschen übrig, die Server haben viel zu viele Verbindungsfehler. (Die Wii behält übrigens die alte WiFi-Connection, welche durch Vernachlässigung nun völlig unbrauchbar wird.) Deshalb ist das neue alte Smash Bros. Auch nur eine weitere gute Idee, welche an fehlender Wartung scheitert.


 
Sony
Mit der PlayStation Vita, die diesen Monat erscheint, versucht Sony neue Konkurrenz ins Handheld-Business zu bringen – Mit Erfolg. Sie lernten aus den Fehlern beim Launch des 3DS und im Gegensatz zu Japan verkauft sich die Vita im Westen sehr gut, sogar besser als die Konkurrenz. Von da an macht Sony alles richtig und kann mit einem Spielemix von neuen touchscreenbasierten Minigames über aufgefrischte Klassiker und Fortsetzungen mit hervorragender Steuerung überzeugen. Die Kritik der separat benötigten Speicherkarten verstimmt ebenfalls rasch, da Rechnungen ergeben dass die Downloadspiele massiv billiger sind, die Speicherkartenkosten mit eingerechnet. Der Markt in Japan wird Nintendo überlassen, dafür konzentriert sich die PS Vita auf den Westen, welcher sich für die überraschende Bevorzugung mit hervorragenden Kritiken bedankt. Mit der SIM-Karte, die in die PS Vita eingesteckt werden kann und somit einen Internetzugang überall ermöglicht, hat Sony den Nagel auf den Kopf getroffen. Einen weiteren Aufschub erhält der Handheld noch von Apple, wenn auch unbeabsichtigt: Das iPhone 5 erscheint und kann mit den Erwartungen an das Gerät nicht mithalten, viele frustrierte Smartphone-Zocker wechseln auf die Vita, welche Mittlerweile ein Programm zum Telefonieren via Skype (so kriegt Microsoft auch ein Teil von Handheldkuchen) im Angebot hat. Die Vita wird dadurch zum indirekten Telefon und kriegt auch neue Kundschaft.
 
Eine PlayStation 4 (Name nicht bestätigt) erscheint diese Generation jedoch nicht. Sony entschliesst sich, die PlayStation 3 im Rennen zu lassen, da die Konsole von der Hardware nicht weit hinterher hinkt und das System noch nicht an seine Grenzen getrieben wurde. Darum fällt ein erster Grafikvergleich aller neuen Konsolen mit der PS3 zu Gunsten von Sony aus. Doch nicht darum verkauft sich die PS3 besser als vor Veröffentlichung der neuen Generation. Da PlayStation Move zwar existiert, jedoch die am wenigsten ausgereifte Bewegungssteuerung ist, werden die meisten PS3-Neuveröffentlichungen noch immer mit dem Gamepad (Sixaxis/DualShock 3) zu spielen sein. Dies gefällt den Spielern, welche die Bewegungssteuerung nur peripher tangiert; Die PS3 wird inoffiziell zur Konsole für die Core-Gamer. Und mit der Umwandlung des Playstation-Networks in das Sony Entertainment Network haben die Spieler noch einen Zusatzdienst, welchen die Games jedoch nicht aus dem Mittelpunkt verdrängt.


 
Microsoft
Microsoft schickt nur ein Pferd ins Rennen, die Xbox 720 (Name nicht bestätigt). Und diese wurde vollständig für Kinect ausgelegt. Motion Control, vorzeigbare „Spiele für Erwachsene“ und ein guter Onlinedienst sollen Microsoft an die Spitze bringen. Das Potential, welches die neue Kinect-Konsole mitbringt ist überwältigend. Das einzige Problem dabei ist, dass es zu viel Potential hat. Wie das? Microsoft erkennt nach kurzer Zeit, dass Kinect mit der Xbox 720 hervorragend zusammenarbeitet. Intern wird weiter in diese Richtung entwickelt, so dass PCs damit gesteuert werden können. Der Prototyp für ein „Windows with Kinect“ ist nach kurzer Zeit voll funktionsfähig. Immer mehr Windows-Ideen dringen danach zu der Spielkonsole durch und machen sie mit vielen Systemupdates mehr und mehr zu einer Multimediabox nie gekannten Ausmasses. Die Xbox hat bald nicht mehr viel mit klassischen Videospielen gemein. Die Bereiche Film, Internet, Videotelephonie und Datenablage werden stark ausgeweitet, so dass diese mehr denn je ins Zentrum rücken. Und damit trifft Microsoft genau so ins Schwarze, wie Nintendo seinerzeit mit der Motion Control-Bewegung. Alle Spielkonsolen der 9. Generation werden nach diesem System funktionieren. Und so nur noch nebenbei Spiele anbieten.
 
Schluss, Fazit oder einfach letzter Abschnitt
Ja, ich denke jetzt ist der Punkt da, an dem ich zugeben muss, dass meine Ideen und Visionen vielleicht etwas aus dem Ruder gelaufen sind. Wenn sich nur schon einer dieser Punkte bewahrheitet werde ich ziemlich lachen müssen. Doch bei einigen befürchte ich wirklich, dass sie eintreffen werden.
Somit sag ich noch happy last year. Entweder wegen den Mayas oder sonst definitiv wegen dem letzten Jahr des klassischen Gamepads.
 
So long
Puka M. Klaunsberg

Kommentare

Bild des Benutzers Shuriken

am 14.02.2012 um 23:03 von Shuriken

Schöne Kolumne!

Ich bin ja gespannt, ob Sony mit der PS Vita langfristig erfolgreich ist, gerade auch wegen des wachsenden Smartphone- und Tabletmarkts. Und ich wüsste gern, was eine Xbox 720 mit den genannten Features kosten würde...

Bild des Benutzers Mikee

am 16.02.2012 um 18:49 von Mikee

Bei dem Satz: "Von da an macht Sony alles richtig..."
musste ich wirklich mega lachen hahaha.
Witziger gut geschriebener Kommentar.

Bild des Benutzers Puka

am 24.02.2012 um 23:38 von Puka

Ich danke euch noch, wenn auch spät, für euer Lob =)

@Shuriken
Konsole 450€, Softwareupdate stück für stück (somit gratis), 15€ pro Film, 0.50€ pro Musikstück und die Internetkosten halt normal. Notwendige Gadgets insgesamt um die 150€. Summieren darfst selber ;P

@Mikee
Du ahnst nicht wie schwer es für mich Schwarzseher war, auch einige Punkte positiv zu schreiben.
Von daher kommt auch diese "milde" Übertreibung ;)

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