Meinung: E3 2012

am 27.06.2012 um 21:43 von Shuriken
consolero

Ja, die E3 2012 ist schon seit ein paar Wochen vorbei. Aber da am Wochenende nun unsere Partnerseite GamingClerks ihre Nachbesprechung der Messe veröffentlicht hat, wollen wir jetzt auch die unsere bringen und die wichtigsten Pressekonferenzen noch einmal Revue passieren lassen. Abschließend stellen wir uns noch die Frage, ob die E3 in diesem einigermaßen spannend war oder eher nicht. Los geht's!

Microsoft
Die grüne Seite der Macht begann ihre Pressekonferenz in diesem Jahr ausnahmsweise mal nicht mit Call of Duty, sondern mit Halo 4. Diesmal ist der Master Chief also im Dschungel unterwegs, grafisch scheint kein wirklicher Sprung gegenüber Reach mehr vorhanden zu sein – die Xbox 360 dürfte hier also allmählich an ihre Grenzen stoßen. Weiter ging es mit einem solide aussehenden Splinter Cell und mit Sportspielen. Außerdem kündigte Nike noch ein eigenes Fitnessspiel für Kinect an. Alles in Ordnung, aber keine wirkliche Überraschung. Ebenso die Ankündigung von Gears of War: Judgement, denn dass das Spiel kommt, war schon einige Tage vorher klar. Zudem wird es den Internet-Explorer bald auch auf der Xbox 360 geben und Microsoft wird SmartGlass einbauen, eine App, die euch ermöglicht, Inhalte von der Konsole auf Tablets und Smartphones zu übertragen. Damit könnt ihr beispielsweise auch Games auf der 360 anfangen und unterwegs in vereinfachter Form weiterspielen, ober euch zusätzliche Informationen auf dem mobilen Gerät anzeigen lassen. Zudem könnt ihr Filme, die ihr euch unterwegs auf dem Tablet kurz angesehen habt, an der heimischen Konsole weiterschauen, an der Stelle wo ihr aufgehört habt. Letzteres mag eine nette Idee sein, aber wirklich neu ist sie nicht: Das Kindle von Amazon kann das auch, nur eben mit Büchern. Xbox Music hingegen soll offenbar ein Konkurrenzangebot zu iTunes werden – das es aber erstmal nur in Amerika geben wird. Ihr merkt schon: Die diesjährige MS-PK stand mal wieder im Zeichen der Multimedia-Integration, eine neue Xbox wurde nicht angekündigt. Die Präsentation endete so, wie sie in den vergangenen zwei Jahren begonnen hat: Mit Call of Duty.

Electronic Arts
Nachdem es in den Wochen davor bereits einige Hinweise darauf gegeben hat, wurde bei EA zunächst Dead Space 3 vorgestellt. Isaac Clarke begab sich dieses Mal auf einen Eisplaneten, was das Ganze ein bisschen wie Lost Planet aussehen ließ. Eine weitere Ankündigung war die des Premium-Systems für Battlefield 3, womit wohl offensichtlich ein Pendant zu Call of Duty Elite geschaffen werden sollte, denn auch hier könnt ihr mehrere DLC-Pakete für einen Einmalbetrag erwerben. Apropos Shooter: Medal of Honor: Warfighter wurde auch gezeigt. Nach einem kurzen Zwischenspiel mit Simcity und den diesjährigen Sportsimablegern endete die PK dann mit Crysis 3. Soweit, so vorhersehbar. Was mir persönlich gefehlt hat, war Mirror's Edge 2. 2011 hieß es noch, die Arbeiten an dem Spiel wären vorerst eingestellt. Wenig später wurde diese Aussage relativiert, Mirror's Edge 2 sei nur hintenan gestellt worden. Weiters deutete EA-Games-Labelchef Frank Gibeau bereits an, dass es durchaus einen Markt für das Spiel gebe und dass die Spieler auch bereit dafür seien. Was soll's, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Ubisoft
Der französische Entwickler Ubisoft hat in diesem Jahr eine durchaus beeindruckende Pressekonferenz hingelegt. Diese begann mit Just Dance 4, was angesichts des Erfolgs der ersten drei Teile soweit auch zu erwarten war. Solide waren auch die Vorführungen von Splinter Cell und Assassin's Creed 3.  Ebenso spannend ein kleines eSports-Match in Shootmania – mit dabei: „The russian champion from russia.“

Far Cry 3 konnte durch seine schöne Optik und sein actionreiches Gameplay punkten – hoffentlich hält das Spiel am Ende was es verspricht. Nett anzusehen ist auch das Jump-and-Run Rayman Legends, das exklusiv für die Wii U erscheinen wird. Ein kleiner Wehrmutstropfen: Die Moderatoren der Pressekonferenz wirkten schlicht unpassend. Doch das Beste hat sich Ubisoft für den Schluss aufgehoben: Watch Dogs, eine Mischung aus Grand Theft Auto und Deus Ex, mit der wohl in der Form keiner von uns gerechnet hätte. Ubisoft Montreal spielt hier mit dem Gedanken, dass sich in unserer vernetzten Welt im Grunde alles hacken lässt. Ich bin jedenfalls durchaus gespannt auf den Titel, der 2013 für PC und Konsolen erscheinen wird.

Sony
Hier sind vor allem drei Titel hängen geblieben. Da wäre zunächst der Vita-Ableger von Assassin's Creed, bei dem ihr diesmal eine weibliche Meuchelmörderin spielen werdet. Das Spiel sah wirklich nicht schlecht aus, dennoch mehr Titel für die Vita gezeigt werden müssen, damit sich diese auch langfristig gegen die Smartphone-Konkurrenz behaupten kann. Der zweite große Titel ist The Last of Us aus dem Hause Naughty Dog (Uncharted-Serie). Diesmal mit einem postapokalyptischen Setting, soll das Spiel weniger linear ausfallen als Uncharted, eine komplett offene Spielwelt wird es aber auch nicht geben. Zudem soll Munition im Spiel eher Mangelware sein – Schießereien wie die im Trailer sollten also gut durchdacht sein, ihr solltet genaustens zielen und treffen. Und dann wäre da schließlich noch Beyond: Two Souls, das neueste Spiel von David Cage, dem Mann hinter Heavy Rain und Fahrenheit. Diesmal geht es um den Tod, wie Cage erklärte. Genauer gesagt um eine junge Frau namens Jodie, die in Kontakt mit einem Geist namens Aidan steht. Das gezeigte Material zeugt bereits davon, dass Cage hier einmal mehr einen spannenden Psycho-Thriller abliefern dürfte. Doch auch bei Sony gab es keine neue Konsole zu sehen. Gefehlt hat hingegen The Last Guadian, das neue Spiel der Macher von Shadow of the Colossus. Mittlerweile hoffe ich einfach, dass daraus keine Vaporware wird.

Nintendo
Kommen wir zu Nintendo. Auf denen lagen in diesem Jahr große Erwartungen, denn sie wollten die Wii U noch einmal final vorstellen. Die Pressekonferenz begann vielversprechend mit Miyamoto, der als allererstes Pikmin 3 vorstellen durfte. Neben den neuen Rock-Pikmins wird es diesmal auch einen lokalen Coop-Modus geben. Es wurden weitere interessante Spiele gezeigt wie Super Mario Bros U und Wii Fit U, die wohl auch ein bisschen als Systemseller für die Wii U dienen sollen. Zudem wurden drei 3DS-Spiele vorgeführt, nämlich Luigi's Mansion 2, New Super Mario Bros 2 – die beide recht solide aussahen – und ein neues Paper Mario, bei dem ihr diesmal mit verschiedenen, in der Spielwelt untergebrachten Stickern arbeiten müsst. ZombiU aus dem Hause Ubisoft wirkte durchaus unterhaltsam. Leider ist der Spannungsbogen während der PK immer weiter abgeflacht. Die Ankündigung, dass an der Wii U auch mit zwei Tablets gespielt werden kann, wirkte eher notdürftig, denn es wurde kein einziges Spiel vorgestellt, das hiervon Gebrauch macht. Außerdem wurde Just Dance 4 noch mal gezeigt. Den krönenden Abschluss bildete nicht etwa ein neues Zelda – dafür gab es ja letztes Jahr sogar schon eine Techdemo – sondern Nintendoland, ein Minispielsammlung. Hurra.

Fazit
Ich möchte nicht zu den Leuten gehören, die die E3 deswegen schlechtreden, weil sie selbst nicht vor Ort gewesen sind und dann sagen: „Seht ihr, so spannend war's doch gar nicht!“ Im Gegenteil: Es muss aufregend gewesen sein, in Los Angeles in den Pressekonferenzen zu sitzen und die neuen Titel anschließend gleich selbst spielen zu können! Doch als Zuschauer muss ich einfach sagen, dass drei bis vier spannende Spiele für eine Messe wie die E3 einfach zu wenig sind, dass die E3 2012 im Großen und Ganzen doch eher langweilig war. Ja, sie hatte ihre Highlights, aber es waren einfach zu wenig. Spannender wird es dann vielleicht im nächsten Jahr, wenn dann hoffentlich Microsoft und Sony ihre neuen Konsolen ankündigen. (JG)

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