Manche Schauspieler – vor allem im Bereich Fernsehen, insbesondere Sitcoms – werden dem Publikum über Jahre hinweg aufgrund einer bestimmten Rolle in Erinnerung bleiben. So werden wohl die meisten von euch beim Anblick von Zach Braff sofort an John „JD“ Dorian aus Scrubs denken, während Neil Patrick Harris in seiner Paraderolle als Barney Stinson indes Kultstatus genießt. Ähnlich ist es mit Jason Biggs, den ihr wahrscheinlich noch als tollpatschigen Teenager Jim Levenstein in Erinnerung habt. Er ist jetzt wieder da – und hat einen neuen American-Pie-Film im Gepäck.
Kleiner Rückblick
Die beliebte Teenie-Komödie American
Pie aus dem Jahr 1999 erzählte die Geschichte von vier Freunden, die vor ihrem High School-Abschluss zum ersten Mal Sex haben wollen und dabei teils auf absurde Ideen kommen – unvergessen ist die missglückte Liaison mit einem Apfelkuchen, sowie ein kleiner Gastauftritt der Herren Hoppus, DeLonge und Barker. Es folgten ein zweiter und ein dritter Teil, in denen es um einen gemeinsamen Urlaub an den Großen Seen und um die Hochzeit von Hauptcharakter Jim ging – ein gewisser derber Humor ist dabei nie verloren gegangen. Schließlich kamen noch vier qualitativ eher schlechte Spinoffs, in denen nur noch das Leben verschiedener Emporkömmlinge der Familie Stifler thematisiert wurde.
Ein Wiedersehen in East Great Falls
13 Jahre sind seit dem Highschool-Abschluss der vier Freunde Jim Levenstein, Chris Ostreicher, Paul „Heimscheißer“ Finch und Kevin Myers vergangen, nun kehren sie zum Klassentreffen nach East Great Falls – einem kleinen Ort in der Nähe der großen Seen – zurück. Mit von der Partie ist natürlich auch wieder Womanizer Steve Stifler – der Stiffmeister. Wir werden an dieser Stelle versuchen, die Handlung des Films so wenig wie möglich zu spoilern – doch so viel sei verraten: Es gibt durchaus einiges, was sich hier spoilern ließe. Wir wollen also nur kurz auf die Rahmenhandlung eingehen:
„You lost her, let her go. Move on, let her go!”
Jim und Michelle (wie immer gespielt von „How I Met Your Mother“-Star Alyson Hannigan) stellen fest, dass es in ihrer Ehe seit der Geburt ihres Sohnes Evan nicht mehr läuft und nehmen sich daher vor, sich bei ihrem Besuch in ihrer Heimatstadt wieder mehr Zeit füreinander zu nehmen. Doch dort wartet auch schon Jims Vater auf sie. Nachdem Eugene Levy in dessen Rolle in den verschiedenen Spinoffs der Filmreihe immer wieder in diversen, teils absurden Positionen untergebracht wurde, widmet er sich nun wieder seiner eigentlichen Rolle als Jims Dad, der seinem Sohn permanent Ratschläge für dessen Sexleben erteilen möchte. Doch auch ihn ereilte nun ein Schicksalsschlag, denn er hat den Tod seiner Frau immer noch nicht verarbeitet. Diesmal muss also auch Jim für ihn da sein und ihm über seine Gemahlin hinweg helfen.
Nachdem Universal das American Pie-Franchise anhand einiger Spinoffs mehr oder weniger komplett ausgeschlachtet hat, heißt es mit Teil 4 nun also wieder Back to the roots. Dementsprechend schwingt beim Klassentreffen auch eine Menge Nostalgie mit, ebenso wie einige Anspielungen auf die ersten drei Filme der Reihe. Natürlich besticht auch dieser Film wieder mit seinen Gags, die oftmals unter der Gürtellinie angesiedelt sind und durch Jason Biggs und Co überzeugend gespielt werden. Generell ist die schauspielerische Leistung der Darsteller stets in Ordnung – nicht weltbewegend, aber in Ordnung.
Fazit
American Pie: Das Klassentreffen ist ein filmgewordener Liebesbrief an alle, die die ersten drei Teile der Reihe mochten und lebt vor allem durch seinen Humor und einige Anspielungen auf die alten Klassiker. Wer diese allen Ernstes noch nicht kennt, sollte sie sich vor dem Kinobesuch erstmal anschauen – einerseits um herauszufinden, ob er den Charme der Serie für sich findet und andererseits um sicherzugehen, dass er auch alle Anspielungen im Film versteht. Für all jene, die mit der Reihe bis jetzt nichts anfangen konnten, wird auch der jüngste Streifen nichts sein, der Rest darf sich an dieser Stelle eine Empfehlung abholen. (JG)
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