Ich weiss nicht wie das bei euch aussieht, aber wir in der Schweiz haben Pendlerzeitungen. Gratisdinger, in denen Nachrichten so mitgeteilt werden, als würden sie gerade von einem Kind geschildert. Und nach diesem Satz darf ich mich bei allen Kindern entschuldigen. Denn die verschweigen gewisse Sachen zumindest nicht absichtlich. Wie dem auch sei… Obwohl der Inhalt teilweise fragwürdig, teilweise amüsant ist, die Zugfahrt vergeht und die Zeitung vermittelt Denkanstösse, da die Nachrichten nicht frei erfunden sind.
Lange Rede kurzer Sinn: Glaubt nicht alles was in der „20 Minuten“ oder im „Blick (am Abend)“ steht. Was ich jedoch mit diesen Ausschweifungen ansprechen will, ist ein Artikel von letzter Woche, der mir zu denken gab. Games brauchen Action, keine Story! nennt sich die Botschaft. Und darauf basiert meine heutige (oder heutmonatliche – wie ihr wollt) Meinung.
Lange Rede kurzer Sinn: Glaubt nicht alles was in der „20 Minuten“ oder im „Blick (am Abend)“ steht. Was ich jedoch mit diesen Ausschweifungen ansprechen will, ist ein Artikel von letzter Woche, der mir zu denken gab. Games brauchen Action, keine Story! nennt sich die Botschaft. Und darauf basiert meine heutige (oder heutmonatliche – wie ihr wollt) Meinung.
Action, keine Story
Wie geschrieben, die „20 Minuten“ sollte man prinzipiell zuerst einmal hinterfragen. Denn der nicht ganz hervorragend gewählte Titel will nicht die Geschichte aus den Spielen abschaffen, sondern lediglich die Filmsequenzen kürzen. Nur schon deshalb werde ich den Artikel nichtzitieren. Doch lasst uns trotzdem bei diesem Gedanken verweilen, ein Spiel ohne Story… Könnte sich so was überhaupt durchsetzen, wäre es gar erfolgreich? Ich spreche nicht von den älteren Spielen wie Tetris, Alleways oder Pong, da waren es andere Maßstäbe (und es hat geklappt). Ich meine heute, hier und jetzt, ein Spiel mit null Story! Funktioniert so was?
Wie geschrieben, die „20 Minuten“ sollte man prinzipiell zuerst einmal hinterfragen. Denn der nicht ganz hervorragend gewählte Titel will nicht die Geschichte aus den Spielen abschaffen, sondern lediglich die Filmsequenzen kürzen. Nur schon deshalb werde ich den Artikel nichtzitieren. Doch lasst uns trotzdem bei diesem Gedanken verweilen, ein Spiel ohne Story… Könnte sich so was überhaupt durchsetzen, wäre es gar erfolgreich? Ich spreche nicht von den älteren Spielen wie Tetris, Alleways oder Pong, da waren es andere Maßstäbe (und es hat geklappt). Ich meine heute, hier und jetzt, ein Spiel mit null Story! Funktioniert so was?
Ja. Tut es und wird es weiterhin. Man denke an alle unsinnigen Partyspiele, Wii Sports [Wii] um schnell Eines zu nennen. „Ja aber Puka, das sind nur diese dämlichen Kommerzspiele, die nur die Kommerzmenschen kaufen seit dem Gaming kommerziell ist. Und Sport braucht sowieso keine Geschichte!“ Da mögt ihr rechthaben, aber es funktioniert. Ein weiteres Beispiel, diesmal ohne Sport? Kein Problem, wer von euch kennt denn noch Die Sims 3 [PC]? Da sehe ich auch keine Geschichte. Doch seien wir mal ehrlich: Kaum ein Spiel kommt ohne Geschichte aus. Es gibt Games, die hätten eine Story, die geht aber beinahe vollends unter. Crackdown 2 [X360] ist da mein Paradebeispiel. Oder Metal Slug Anthology [Multi]. Und natürlich die Hälfte aller Weltkriegs-Shooter.
Mehr Hintergrund
Aber es geht auch auf die andere Seite. Ich denke nur mal an die Ace Attorney-Serie, die keine Action kennt. Oder Hotel Dusk: Room 215 [DS], Another Code: Two Memories [DS] und Geheimakte Tunguska [Multi]. Erstaunlich wie viele der Beispiele auf Nintendos Dualscreen zu finden sind. Und bevor ihr etwas sagt: Mir ist bewusst das alle genannten Titel ins Point&Click-Genre führen. Aber wie immer habe ich auch andere Beispiele. Fire Emblem: Radiant Dawn [Wii], Heavy Rain [PS3], Alan Wake [X360] und schon ist die aktuelle Konsolengeneration versorgt. Nicht dass dies Lupenreine Beispiele wären, aber sie reichen. Das Gefühl, ein Film zu sehen kann jedoch nur in den seltensten Fällen verliehen werden. Eine gute und spannende Geschichte - fast wie ein Buch - das kann man bekommen. Aber ein richtiges Film-Feeling blieb bisher noch aus – und das ist auch gut so. Denn ansonsten soll man sich einen verfluchten Film kaufen!
Ich denke wir sind uns einig, wenn wir einen gesunden Mix aus Beiden als das Beste angeben. Aber „genug“ viel von beiden ist selten, denn die meisten Spieleperlen sind oftmals von einer Seite abhängig. Auch bei den eher unkommerziellen Spielen (ich nenn die jetzt einfach mal so) ist dies eher einseitig verteilt: Action mit Mirror’s Edge [Multi]; Story mit Ghost Trick [DS]. Eigentlich fällt mir nur ein Genre ein, bei dem Action und Story im gesunden Mix aufeinander treffen: Rollenspiele, bevorzugt in Echtzeit – The Elder Scrolls V: Skyrim [Multi] als aktuelles Beispiel.
Überschuss an Cutscenes?
Doch um auf das Thema zuzugreifen, hat es zu viele Cutscenes in den aktuellen Spielen? Ich muss ehrlich sagen dass ich dies nicht beurteilen kann, denke aber gleichzeitig dass ein Spiel kaum zu viele solcher Sequenzen haben kann. Warum? Zuerst einmal sei gesagt, bei Schwarz-Weiss-Gedanken würde ich in der Sparte Story landen. Somit lebt ein Spiel für mich durch die Geschichte, die mit Cutscenes auch sehr gut geschildert werden kann – vor allem für die lesefaulen Spieler. Sie lockern auf, bringen Emotionen zum Ausdruck und geben dem Spiel ein Herz.

Doch um auf das Thema zuzugreifen, hat es zu viele Cutscenes in den aktuellen Spielen? Ich muss ehrlich sagen dass ich dies nicht beurteilen kann, denke aber gleichzeitig dass ein Spiel kaum zu viele solcher Sequenzen haben kann. Warum? Zuerst einmal sei gesagt, bei Schwarz-Weiss-Gedanken würde ich in der Sparte Story landen. Somit lebt ein Spiel für mich durch die Geschichte, die mit Cutscenes auch sehr gut geschildert werden kann – vor allem für die lesefaulen Spieler. Sie lockern auf, bringen Emotionen zum Ausdruck und geben dem Spiel ein Herz.
Ich greife jetzt mal die dreidimensionalen Zeldas auf, welche meines Wissens allesamt Cutscenes haben. Mindestens diese Szenen, wenn ein Boss ins Gras beisst, da darf man dies ja beobachten. Und es ist eine Genugtuung. Die Herausforderung einen Boss zu erledigen nimmt zwar jedes reelle Lebensjahr ab (alleine darum hoffe ich, dass mir die Post bald Dark Souls [Multi] ausliefert), aber Ganondorf aus TLoZ: Wind Waker [GC] war dennoch ein Arschloch, obwohl Zelda in dem Fall die Idiotin war. Und ich habe es genossen, zu sehen wie der Typ starb. Oder verbannt wurde. Hab's leider vergessen...
Kurzfassung für Lesefaule
Für nahezu alle Spiele ist eine Geschichte ein Muss. Aber eine filmreife Unterhaltung ist was völlig anderes. Doch überlegt mal: Was wäre Heavy Rain ohne Cutscenes? Was wäre Die Sims 3 mit Cutscenes? Ich gebe zu dass es teilweise keinen Sinn gibt, Filmsequenzen oder ähnliches einzubauen. Aber in den meisten modernen Spielen, speziell für die stationären Konsolen, sind solche Sequenzen Pflicht! Auch in Hochadrenalinspielen werden Cutscenes auftrumpfen, sofern sie sinnvoll eingefügt werden. Also mehr solche Szenen an den richtigen Stellen und Games gewinnen mehr Tiefgang, mehr Herz, mehr Wiederspielwert… Sie werden schlicht epischer.
So long
Puka M. Klaunsberg




Kommentare
am 08.12.2011 um 18:16 von Shuriken
Sehr nette Kolumne, Puka!
Ich persönlich finde, es kommt halt immer auf die richtige Mischung an; Wenn ich mir bei Metal Gear bis zum Erbrechen Cut Scenes ansehen muss, dann kann ich darauf auch verzichten. Aber Fahrenheit ohne Storysequenzen - nein danke. :-)
am 08.12.2011 um 20:02 von doctor_hut
Kann ein Spiel zu viele Cutscenes haben? Für mich alten Story-Fanatiker: Nein! Ich liebe Spiele mit interessanten Geschichten und wenn diese durch Cutscenes gut rüber gebracht werden, dann freue ich mich um so mehr. Ob manche etwas zu lang sind und mehrere Minuten gehen müssen, ist streitig. Viel wichtiger ist, kann die Cutscene Stimmung aufbauen und einem helfen in die Welt des Spiels einzutauchen. Wenn die Sequenz das schafft, dann nehme ich mir auch gerne mal eine halbe Stunde Zeit.
Spiele werden werden wohl nie filmreif sein, weil sie anders auf Menschen wirken. Sie bieten Menschen die Möglichkeit selber aktiv zu werden und damit (zumindest in einigen Fällen) auch wirklich den Verlauf zu verändern. Filmreif bedeutet für mich auch, dass ich Grunde es nur genießen muss und mir keine Sorgen mehr machen muss, dass ich eine wichtige Mission vermasselt habe und jetzt nicht das Erlebnis bekomme, das ich mit dem bestehen dieser gehabt hätte. Der Film liefert mir von Anfang bis Ende eine Geschichte, dass mehr oder weniger perfekt inszeniert wird. Das Spiel kann das noch nicht leisten und muss es meiner Meinung nach auch nicht. Meiner Ansicht ist ein Spiel eher an der Realität dran als ein Film, denn wie im Leben gibt es auch mal Phasen in denen du einfach doof von A nach B läufst und so gar nichts passierst außer belangloses Zeug aber man selber hat ja die Möglichkeit dies interessanter zu machen (durch hüpfen z. B.).
Obwohl ich so ein Fanatiker von Story bin, fesseln mich Spiele ohne storytechnischen Hintergrund ebenfalls immer wieder. Zahllose Sportspiele, Simulatoren und Brawler beweisen dies. Wenn ein Spiel ohne Story mich fesselt, dann kann das genauso Spaß machen wie eines mit Story.
Verdammt ich glaube ich habe mich manchmal in meinen Gedanken verloren aber da ich es jetzt schon hingeschrieben habe, will ich es auch nicht mehr löschen. Aber auch von mir noch mal ein Lob an dich Puka: Sehr gute Kolumne die einen zu nachdenken bringt und hoffentlich mit viel Resonanz seitens der Community aufwartet.
am 10.12.2011 um 13:14 von Puka
Freut mich dass es euch gefallen hat =)
@doctor_hut
Der Sinn dahinter ist ja, dass man sich selbst mal Gedanken darüber macht - hat offensichtlich gut geklappt =)
am 07.01.2012 um 21:50 von Spiry
Die Mischung machts und es soll auch Sinn machen.
Ein Rennspiel braucht imo keine 5min Cutscenes mit irrelevantem Geschwafel, ein Rollenspiel/Adventure profitiert hingegen sehr wohl von Cutscenes.
Ich muss sagen, bin ein dagegen, wenn Entwickler Cutscenes (vor allem schöne vorgerenderte) durch stupide NPCs ersetzt, die einfach nur vor einem stehen und quatschen, oder man muss ihnen sogar nachgehen (zB Fable 2+3), oder sieht nur einen hässlichen, unsympathischen Kopf (Oblivion).
Mich ärgern auch Spiele, die ihrer Story noch mehr Atmosphäre verleihen könnten, indem sie anstatt seitenlanger Textpassagen Sprecher den Text lesen lassen (und wenn möglich gekonnt).
Btw, GameOne hat einen netten Podcast zum Thema Storytelling.
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