Call of Juarez

am 06.08.2007 um 00:57 von BeSt
Xbox 360
Wild-West-Fans dürften mit Call of Juarez wieder neues Spielefutter für die Konsolen haben. Ob sich der Kauf lohnt? Wir haben für euch das den Western-Shooter von techland getestet und bringen euch alle Details zum Spiel näher. Wer sich für GUN schon interessiert hat, sollte das Review aufmerksam durchlesen!

Texas 1882 - Was war da los?

Ein schöner Ort in Texas gerät in Unruhe. Billy Candle wird vom Reverend der Gemeinde gejagt, weil er seinen Bruder und dessen Frau getötet haben soll. Der Sheriff will sich mit den Angelegenheiten auseinander setzen, wird jedoch brutal vom Reverend getötet, da der Sheriff nicht zulassen wollte, dass sich der Reverend Ray darum kümmert. Ray jagt Billy hinter her und will sich für sein Attentat rächen.

Ihr spielt jeweils den Flüchtling Billy und den Jäger Ray in abwechselnden Kapiteln. So seht ihr einen Vorgang immer aus zwei verschiedenen Perspektiven und erfährt mehr über die Geschehnisse. Das ist sehr interessant und auch abwechslungsreich wie ihr im Laufe unseres Reviews noch erfahren werdet.


Wer schießt zuerst?

Der wilde Westen macht seinem Namen im Spiel alle Ehre. Denn egal mit welcher Figur ihr spielt, seid ihr Schussgefechten gegen Indianer oder Banditen geweiht. Als Billy habt ihr viele Kletterpassagen in euren Missionen zu absolvieren. So müsst ihr Kisten stapeln und auf diese klettern sowie vorsichtig Hügel herab oder hinauf klettern. Ausgerüstet seid ihr immer mit einer Peitsche die mehr zum schwingen über eine Schlucht dient, als zum Schlagen. Gegen Feinde habt ihr entweder eine Pistole oder eure speziellen Pfeile & Bögen. Billy kann außerordentlich gut mit dem Bogen umgehen, sodass ihr mit einem Druck auf dem Knopf in einem Zeitlupenmodus gelangt und so astrein eure Feinde abschießen könnt. Ebenso müsst ihr mit Billy Schleichpassagen á la Metal Gear Solid absolvieren. Eine Anzeige auf dem HUD zeigt euch ob ihr sichtbar seid, versteckt ihr euch in einem Busch seid ihr unsichtbar. Gelegentlich reitet ihr mit Billy auch durch die Landschaft von einem Ort zum Anderen und seid ständig auf der Flucht vor dem Reverend.

Nun wird die Seite gewechselt und sind beim schwarz gekleideten und älteren Reverend Ray. Er beherrscht seine zwei Colts, mit denen er immer ausgerüstet ist, wunderbar. Auch hier könnt ihr in den Slow-Motion Modus schalten um eure Gegner mit einem Schuss aus der rechten und linken Gun abzufeuern. Mit Ray seid ihr in Dörfern und Höhlen ständig in Konflikten mit Feinden. Am Schluss eines Feuergefechts tretet ihr schon einmal gegen den Oberfeind der Truppe an und liefert euch ein Duell. Nach dem Ablauf des Countdowns müsst ihr schnell den rechten Analog-Stick nach unten drehen und abfeuern. Reverend Ray ist eine wahre Ein-Mann Armee und Action ist bei ihm vorprogrammiert. Bei Billy ist es hingegen fast immer das Gegenteil. Dort ist es ruhig und ihr könnt die wunderschöne Natur genießen.


Natur im neuesten Gewand

Für offene Münder dürften am Anfang sicher die Seen, Flüsse und Teiche gesorgt haben, die wirklich Spitze aussehen. Die Natur sowie die Weitsicht sind gigantisch und die Landschaften wunderschön. Alle Elemente wurden sehr ansehnlich gemacht und so ist das Feuer eines der Highlights im Spiel. Alles was aus Holz besteht, kann auch abgefackelt werden. Das Feuer wirkt dynamisch und sehr lebendig, wie es eben nun ist. Realistischer habe ich es in keinem Spiel je zuvor gesehen. Weniger beeindruckend sind allerdings die Tiere. Pferde, Hasen und Wölfe haben schlechte Animationen und kein wirkliches Fell. Von mir aus könnte es noch mehr Tiere geben; dann würde alles noch lebendiger wirken. Dafür bewegen sich die Feinde rasant und sehen einigermaßen gut aus. Nur euer eigener Schatten bewegt sich nicht richtig bei verschiedenen Bewegungen, wie beispielsweise dem Hängen auf einem Seil mit. Aber alles in allem sieht das Spiel auf jeden Fall sehr gut aus und die Makel sollte man nicht sonderlich auf die Waage legen.

Der Sound ist auch ganz gut gelungen. Spannende Musik setzt ein, sobald ihr ein Gefecht mit Gegnern kommt. Ansonsten präsentiert sich alles sehr idyllisch. Die Waffen klingen realistisch und die Soundeffekte sind ebenfalls ordentlich.

Die Steuerung ist, wenn auch ein bisschen hakelig, grundsätzlich in Ordnung. Mit den Triggern schießt ihr, mit Y ladet ihr nach und mit A springt ihr. Mit dem Steuerkreuz könnt ihr zwischen den Waffen wechseln. Ihr spielt immer in der Ego-Perspektive, hier wäre es schön gewesen, wenn auch eine Third-Person-Sicht möglich gewesen wäre.

Der Umfang ist mit 10-12 Stunden an sich O.K. Habt ihr die Kampange durchgespielt erwarten euch noch ein paar Missionen mit dem Sheriff. Was negativ anzumerken ist, dass es kleine kurze Ladezeiten während dem Spiel gibt, die den Spielfluss stören. Während den Sequenzen und neuen Missionen müsst ihr eine Weile warten. Frustmomente tauchen auch so gut wie keine auf, da die Rücksetzpunkte klug eingesetzt worden sind. Leider wurde das Spiel zum Teil geschnitten, so könnt ihr auf tote Wesen nicht schießen und es gibt kein Blut. Außerdem könnt ihre überall verstreute Whiskeyflaschen nicht alles brennende Flugkörper verwenden.


Multiplayer

Das Spiel beinhaltet außerdem noch einen Mehrspielermodus, in dem ihr mit bis zu 16 Leuten spielen könnt. Als ich den Multiplayer testete haben noch relativ wenige Leute online gespielt, aber es war dennoch recht witzig und immerhin werden 16 Karten und zahlreiche Modi geboten. So dürfte man nach dem Singleplayer noch eine Weile seine Freude mit dem Spiel haben.

Fazit

Ubisoft hat alles richtig gemacht, indem sie den Western-Shooter von techland vom PC auch für die Xbox 360 veröffentlicht haben. Das Spiel ist sein Geld wert und Westernfans werden an dem Titel nicht vorbei kommen. Technisch ist das Spiel auf gutem bis sehr gutem Niveau und kann mit Wasser- und Feuereffekten beeindrucken. Nächstes Mal hätte ich das Spiel dann auch noch gerne in einer Uncut Version gesehen. Anders als am PC gibt es für die Konsole nur die geschnittene Version, auch in Österreich.

Consolero dankt Ubisoft für die Bereitstellung eines Exemplars dieses Spiels.

Pro 

Natur wirkt sehr beeindruckend
toller Sound
abwechslungsreich
tolle Atmosphäre
hübsche Story

Contra 

keine 3rd-Person-Sicht
Aussehen der Tiere verbesserbar
viele kleine Ladezeiten

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