Am Dienstag, den 25. Oktober 2011 haben uns die Jungs von THQ wieder einmal einen Besuch in Wien abgestattet. Mit dem dritten Teil der Saints Row Reihe im Gepäck haben sie uns mit einer Anspielmöglichkeit im Triest Hotel empfangen. Wie mein persönlicher Ersteindruck vom neusten Ableger der Franchise ausfällt, lest ihr in nachfolgenden Absätzen.
In your face, bitch.
GTA-Alternative oder gar -Killer seien einmal (wieder) als Stichworte dahingestellt. Es handelt sich bei Saints Row: The Third nach wie vor um ein Open-World Spiel, welches eine umfangreiche Sandbox zur Verfügung stellt, in der es sich nach Herzenslust auszutoben gilt. In den ersten beiden Teilen galt es, sich vom kleinen Gangster zum quasi Bandenführer hochzuarbeiten. Dieses Konzept trifft nun nicht mehr (ganz) zu; die Saints haben ihre eigenen Schuhe, Wackelfiguren, Energydrinks und eine Fangemeinde, die den Hauptcharakter „Johnny Gat“ und seine Truppe über die Grenzen der fiktiven Stadt Stillwater hinaus anhimmelt. Die Geschichte startet mit einem Banküberfall, in welchem wir sogar während des Einbruchs um ein Autogramm gebeten werden... so much for that. Die Serie bleibt ihrem Stil treu und nimmt weder sich selbst noch andere Titel, die sich aktuell am Markt befinden, ernst.
Durchgeknallt bleibt das Schlagwort. Das zeigen auch neue Charaktere wie beispielsweise das Gesicht einer neuen Reality TV Show namens Professor Genki’s Super Ethical Reality Climax, in der wir im Laufe des Geschehens auch mehrfach teilnehmen werden. Es ist mit einer Spielzeit von weit über 30 Stunden zu rechnen; neben den großen Teilen der eigentlichen Geschichte bieten sich auch wieder bekannte sowie neue Nebenmissionen, Sammelobjekte bzw. Alltagsbeschäftigungen an um sich die Zeit zu vertreiben. Dies wird dazu führen, dass der Stundencounter in der Statistik noch ein wenig höher gehen wird.
Ich möchte auf die Story hier auch gar nicht weiter groß eingehen, habe aber in der kurzen Zeit, in der ich mich in die Welt des Spiels begeben habe schon einiges mitgemacht und -erlebt. Mit Steelport wird uns eine neue Stadt vorgestellt, die aus vier Inseln besteht und leicht an New York bzw. Chicago angelehnt wurde. Das Ziel ist die Alleinherrschaft der Stadt und die Zerstörung des Syndikats inklusive der Gangs, die diesem unterstehen.
Besondere Schauplätze und fragwürdige Waffen
Die USK vergibt zwar zu Recht keine Jugendfreigabe, aber wenn man The Third versucht hätte auf einen jüngeren Markt anzupassen, dann hätte man es auch gleich lassen können. Auf die Schnitte der deutschen Version möchte ich nicht eingehen, sie sind moderat ausgefallen, aber... PEGI-Version, ich hoffe du kommst in meine Richtung. Eingeworfen sei an dieser Stelle noch, dass Publisher THQ bei diesem Titel - was Marketing anbelangt - auf einem nennenswerten Kurs unterwegs ist. Seien es nun die aufwendigen Trailer oder die Kooperation mit dem Penthouse Magazine - wir sprechen von einer guten Präsenz.
Es verschlägt uns mitsamt Entourage von der Straße in Nachtclubs, über private Anwesen, bis hin zu SM-Dungeons. Alles Orte, in denen wir das gebotene Waffenarsenal für uns sprechen lassen dürfen um uns Respekt und natürlich Geld zu verschaffen. Mit der erlangten Reputation dürfen auch Verbesserungen und Fähigkeiten freigeschaltet werden, die dann über das zentrale Steuerungsgerät – eurem Smartphone – angewählt bzw. verwaltet werden können. Wem Schusswaffen auf die Dauer zu banal erscheinen, der darf dann auch schon mal den übergroßen, violetten Gummidildo auspacken um seinen Wiedersachen damit eins überzuziehen. Als Krimineller sollte man sich auch entsprechend verhalten.
Um sich neben den Missionen auch noch ein schönes passives Einkommen aufzubauen, gilt es Immobilen zu kaufen, die euch einen regelmäßigen Cashflow ermöglichen und natürlich auch euren Einfluss in den jeweiligen Bereichen steigern.
Upgrades, Synchronsprecher, Multiplayer
Technisch hat sich die Reihe im Vergleich zu den Vorgängern deutlich gesteigert. Charakter-Editor, Fahrphysik, Grafik und - was die Prominenz der Sprecher anbelangt - auch Sound haben ein feines Update erhalten.
Family Guy Fans erkennen unter anderen die Radiosprecherin, die wir sonst nur als die asiatische Reporterin Tricia Takanawa (gesprochen von Alex Borstein) von Channel 5 erleben durften. Die Charaktere, deren reale Vorbilder Sasha Grey und der Rest der ausgewählten Penthouse Pets waren, lernen wir im Laufe des Spiels auch noch kennen. Eine weitere Gestalt, die ihr eventuell wiedererkennen werdet, ist ein Wrestler namens Angel DeLaMuerte, dessen Rolle von Hulk Hogen gesprochen wird. Auf eine Lokalisierung wurde verzichtet, deutsche Menüs und Untertitel können aber zugeschalten werden.
Kurz noch zum Multiplayer. Für Freunde des kooperativen Spiels stehen Möglichkeiten via System-Link und natürlich Internet zur Verfügung. Ein Splitscreen-Modus ist nicht vorhanden.
Was erwartet uns?
Saints Row: The Third präsentierte sich mir in den rund drei Stunden, in denen ich in die Rolle des Johnny Gat geschlüpft bin, als abwechslungsreiches, durchgeknalltes Erlebnis, das mich mit seinem derben Humor und einer gesunder Portion WTF!?-Momenten an den Controller fesseln konnte.
Das Spiel erscheint hierzulande am 15.11.2011 und hat daher mit einer starken Konkurrenz zu kämpfen. Ob der Humor und das aktuell nur bedingt am Markt verfügbare Genre ausreichen um gegen Marken wie Batman, Battlefield, Call of Duty oder Uncharted anzukommen wird sich in den Verkaufszahlen wiederspiegeln, ich persönlich sehe den Titel jedenfalls eine willkommene Abwechslung, deren Stil man allerdings auch mögen muss. (mp)





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